Osteopathische Behandlung

Eine Osteopathische Behandlung kann in bestimmten Krankheitsfällen aufgrund der Beschwerden und Schmerzen sinnvoll und erfolgversprechend sein.

Osteopathie ist eine ganzheitliche Methode, d.h. der gesamte Körper und nicht nur da, wo es weh tut, wird untersucht und wenn nötig behandelt. Die Behandlung ist sehr körpernah und erfolgt mit den Händen des Therapeuten, der seinen Tastsinn einsetzt, d.h. berührt und anfasst, am Kopf und Gesicht des Patienten, an den Extremitäten, aber auch an Bauch und Brustkorb, an Kreuz-, Sitz- oder Schambein. In der Regel mit weichen zarten Berührungen, es kommen aber auch durchaus kräftige, z.T. ruckartige Bewegungen vor. Die Behandlung ist meist schmerzfrei und wohltuend.

Die Behandlung erfolgt in der Regel in 3 Sitzungen im Verlauf von 1-6 Wochen. Eine Sitzung dauert 30-60 Minuten.
Beim 1. Termin erfolgt eine gründliche Befragung und Untersuchung des Patienten. Es wird festgestellt, ob eine osteopathische Behandlung überhaupt möglich und sinnvoll ist. Diese Untersuchung wird bei gesetzlich Versicherten über die GKV abgerechnet. Im Anschluß daran erfolgen dann privatärztliche Leistungen: Die Suche nach dem Einstiegspunkt der Behandlung (osteopathische Untersuchung) und dann die eigentliche osteopathische Behandlung.
Beim 2. Termin (nach 1-2 Wochen) wird kontrolliert und ggf. erneut behandelt.
Der 3. Termin (nach 4-6 Wochen), erneute Kontrolle und Behandlung.
Ggf. werden nach Befund und in Absprache Folgetermine abgesprochen.

Nach der Behandlung kann es vorübergehend für einen max. zwei Tage zu Beschwerden wie Muskelkater ähnlichen Schmerzen kommen. Bei starken Schmerzen oder Unsicherheit bitte melden. Insgesamt gilt: Bei Unklarheiten immer nachfragen!

Osteopathie ist keine Zaubermethode! Sie funktioniert nicht nach dem Motto: “Einmal knacken und alles ist gut!” Es kommt vielmehr durch die Behandlung zu Veränderungen im Körper, die die Selbstheilungskräfte des Körpers verstärken. Es kommt zu Veränderungen im funktionellen Bereich. Funktionsstörungen werden behandelt. Es wird keine Heilung von “Schäden der Struktur” z.B. Verschleiß angestrebt! Dennoch wird z.B. durch die Korrektur von Fehlstellungen das Entstehen von Verschleiß verhindert oder es werden durch die Korrektur von Fehlstellungen arthrotische Gelenke nicht mehr so stark belastet und gereizt – und damit Schmerzen gemindert.
Eine weitere Grundvoraussetzung zum nachhaltigen Gelingen einer osteopathischen Behandlung ist aber natürlich auch die Mitarbeit des Patienten. Muskulatur kann nur jeder durch Übung selbst aufbauen.
Eigenübungen und weitere Hinweise diesbezüglich finden Sie unter Informationen.

Wie bereits erwähnt, ist Osteopathie keine Kassenleistung und es besteht kein Anspruch auf Erstattung der Kosten durch die Krankenkassen.
Einige gesetzliche Krankenkassen (wie die TKK) erstatten jedoch einen Teil des Rechnungsbetrages. (TKK, Stand Dez.2012: 80% des Rechnungsbetrages, jedoch max. 60 €/Behandlungstermin, max. 6 Behandlungstermine/Jahr.) Fragen Sie bitte bei Ihrer Krankenkasse nach. Die (Teil)Erstattung wird von den gesetzlichen Krankenkassen unterschiedlich geregelt. Informationen finden Sie auch bei Stiftung Warentest im Heft 3/2013 vom März 2013 unter “Osteopathie als Extraleistung gesetzlicher Krankenkassen”.
Die privaten Krankenversicherer übernehmen in der Regel alle Kosten der Behandlung.

Osteopathie wird als privatärztliche Leistung nach der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet.
Pro Behandlungssitzung werden entsprechend der behandelten Körper-Regionen, dem Zeitaufwand und dem Schwierigkeitsgrad verschiedene analoge GOÄ-Ziffern abgerechnet.

Die Kosten pro Sitzung liegen im Bereich von 70 bis 100 €.
Zum Beispiel:
Wirbelsäule, Becken und Extremitäten: 73,51 € – 84,53 €,
Bauchraum, innere Organe und Brustkorb: 82,29 € – 93,02 €,
Schädel, Kiefergelenk und Halswirbelsäule: 88,82 € – 101,41 €,
Säugling und Kleinkinder: 82,30 € – 101,14 €.